Saison Kickoff 2018 – Teil 1

Mein kleiner vorgezogen Saisonauftakt 2018, spannender als erwartet!

Es war Samstag Nachmittag Anfang Februar und ich hatte am Vorabend meine Katl wieder bei KTM Knopper geholt. Sie hat neue Speichenfelgen fĂŒrs Offroaden bekommen. Über Mittag hat es bei uns noch geschneit, aber auf einmal kam die Sonne heraus. „Super!“ dachte ich! Moped da, neues Material von Racer zum Testen lag bereit und neue Felgen sind auch montiert! Weiters hĂ€tte ich in Kroatien ein paar Dinge fĂŒr die kommende Saison vorzubereiten, aber hier ist es momentan irgendwie zu winterlich. Also Laptop auf und rein auf die diversen Wetterseiten und Booking.com. Schnell war fĂŒr mich klar, diesen Abend wĂŒrde ich bereits am Meer sitzen. Ganz zufĂ€llig war ja auch das Moped noch vom Vortag am AnhĂ€nger – perfekt. Also schnell das Nötigste fĂŒr einen Abstecher in den SĂŒden zusammengepackt und los.

Ich war noch nicht mal ĂŒber die erste Grenze gekommen, hatte mich die Polizei schon in die Mangel genommen. „Wohin geht die Reise? DĂŒrfen Sie mit diesem PKW noch einen AnhĂ€nger ziehen? Wem gehört das Motorrad? Warum, weshalb, wieso
“. Nach ein paar Minuten durfte ich aber meine Reise fortsetzen. Die nĂ€chsten Kilometer durch Slowenien waren sehr ruhig, aber diese Entspannung sollte nicht von langer Dauer sein.

Ich kam mit meinem Gespann an die slowenisch-kroatische Grenze; vor mir gerade mal 3 andere PKW. Perfekt, dachte ich, als mich der Grenzpolizist seitlich vorbei winkte und ich meinen Pass beim Fenster hinausreichte. „Schönen guten Tag, mein Name ist Milan, ich bin hier Grenzpolizist und werde jetzt eine genaue ÜberprĂŒfung vornehmen. Haben Sie irgendwelche illegalen Substanzen dabei? Alkohol, Tabak, Drogen oder Bargeld in höheren BetrĂ€gen?“ Bumm, dachte ich, ich bin es mittlerweile gewöhnt dass ich auseinander genommen werde, aber bisher war man noch nie so freundlich mit mir umgegangen und ich kannte so ein genaues Prozedere nur von FlughĂ€fen. Denn lustigerweise ist eine Kameratasche offensichtlich ein Indiz dafĂŒr Schmuggler oder Terrorist zu sein. Naja egal, dachte ich und verneinte alle seine Fragen nach bestem Wissen und Gewissen. Er hatte noch unzĂ€hlige Fragen, wĂ€hrend er meinen Mercedes Vito penibelst untersuchte. Jede Öffnung, jedes GepĂ€ckstĂŒck und und und. Am Ende kam lediglich ein „Thank you“.

Jetzt könne nichts mehr passieren, ich hatte alle Grenzen hinter mir, nur noch Autobahn vor mir. Also Tempomat rein, Musik auf und zurĂŒcklegen fĂŒr die nĂ€chsten 250 km. Ging auch fĂŒr ca. 20 Kilometer gut, dann setzte plötzlich starker Schneefall ein. Dieser wurde bis Zagreb immer stĂ€rker und stĂ€rker. Kurz danach war die Autobahn fĂŒr LKW, Bus und PKW mit HĂ€nger gesperrt. Na toll – mitten in Kroatien und es schneite wie verrĂŒckt. Wirklich, sowas habe ich noch nicht erlebt! Und ich soll jetzt mit dem HĂ€nger ĂŒber die nĂ€chsten 170 Kilometer ĂŒber eine alte Bundesstrasse fahren? Bei dem Wetter? Naja, momentan hilft ja alles nichts. Die Polizisten befolgten die Anweisungen und leiteten mich von der Autobahn ab. Nach einigen Kilometern hatte ich dann einen kleinen Geistesblitz: Möglicherweise sind die Autobahnauffahrten im Hinterland noch nicht so modern und haben keine LED-Anzeigen um ein Verbot fĂŒr AnhĂ€nger darzustellen. Richtig, nach einigen Kilometern war ich wieder auf der tief verschneiten Autobahn. Aber immer noch besser als eine enge, kurvenreiche Strecke ĂŒber Stock und Stein.

Die nĂ€chste Zeit war ich fast alleine auf der Straße, zwischendurch mal Gegenverkehr, das wars. Aber kurz vor Rijeka – ich hatte mich schon in Sicherheit gewogen – gab es wieder so eine moderne LED-Anzeige. Die konnte auch das AnhĂ€ngersymbol darstellen – leider. Also runter von der Autobahn und rauf auf eine Begleitstraße. Auf dieser bin ich dann hinter dem Streckendienst mit guten 12 km/h nachgefahren – die folgenden Kilometer dauerten eine gefĂŒhlte Ewigkeit.

Als wir dann von den Bergen endlich wieder hinunter fuhren wurde ich langsam nervös. Wir sind doch schon fast unten, das Meer wird am Navi schon dargestellt, aber es schneite noch immer extrem. Und plötzlich, innerhalb von guten 300 Metern, hörte es schlagartig auf und es lag auch kein Schnee mehr in der Landschaft. Ich war so erleichtert, denn ich dachte schon , dass ich diesmal wirklich umsonst den weiten Weg auf mich nahm.

Keine 20 Minuten spĂ€ter löste ich das Ticket fĂŒr die BrĂŒcke nach Krk bei + 5 Grad C und trockener Straße und ich war auf direktem Weg zum Hotel.

Booking.com hat fĂŒr mich das Hotel Malin in Malinska ausgesucht. Aber die Auswahl war nicht besonders groß, immerhin hat hier im großen Umkreis sonst kaum ein Hotel oder GaststĂ€tte offen.

Das Hotel liegt sehr schön neben der Altstadt von Malinska direkt am Meer, die Zimmer und das gesamte Erscheinungsbild sind sehr ordentlich, das Personal spricht Deutsch und Englisch – auch ausserhalb der Saison.

Nach einem GlÀschen Wein ging es ab ins Bett.

Fortsetzung folgt!

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